Genau das, wovor viele Angst gehabt hatten, war eingetreten.
Wir hatten bei der Druckerei Bösmüller Print Management eine große unternehmerische Entscheidung getroffen: Mehrere Druckmaschinen sollten durch eine einzige neue Maschine ersetzt werden. Eine Investition von rund 3,5 Millionen Euro. Vor allem im Verkauf war die Sorge groß: Was passiert, wenn genau diese Maschine ausfällt und wir unsere Liefertermine nicht halten können? Wir begegneten diesen Sorgen rational, erklärten die Remote-Fehlerbehebung und unsere Vereinbarungen mit Mitbewerbern für den Ernstfall.
Dann kam die Übergangsphase: Eine alte Maschine war bereits abgebaut, die neue noch nicht vollständig in Betrieb, und wir produzierten nur noch auf einer Maschine.

An einem späten Nachmittag kam mein Geschäftsführungskollege bedrückt in unser Büro. Die Maschine stand, die Techniker in der Ferne konnten nicht helfen und niemand wusste, wie lange die Behebung dauern würde.
Mein erster Gedanke war: Die Angst hat sich manifestiert.
Ich hörte ihm zu, ging für einige Minuten in mich, wurde still und nahm wahr, welche inneren Bilder und Impulse auftauchten. Dann ging ich in die Produktionshalle zu unserem Mitarbeiter, der bereits vergebens alles versucht hatte. Ich folgte weiter meinem Impuls zu jener Druckmaschine, die gerade abgebaut wurde. Dort war noch ein Techniker für den Aufbau der neuen Maschine. Mit Reparaturen hatte er nichts zu tun. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte ihm vom Produktionsstillstand. Er meinte, er gehe einmal hinüber und sehe sich das an.
Währenddessen ging ich weiter durch die Produktionshallen und blieb in dieser meditativen Haltung. Ich arbeitete mit der Angst, die ich im Raum wahrnahm, richtete mich auf Lösung aus und bat um Unterstützung, dass sich die bestmögliche und rasche Lösung zeigen möge. Danach ging ich zurück in mein Büro und widmete mich wieder meinen E-Mails. Etwa 15 Minuten später kam mein Kollege zurück und strahlte: Der Techniker hatte das Problem gelöst und zufällig genau das passende Teil dabei. Auch ich freute mich und war von Herzen dankbar.
Wir arbeiten mit Zahlen, Fakten, Technik, Prozessen, Entscheidungen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig wirken Gedanken, Ängste, Erwartungen und innere Bilder in ein Unternehmen hinein. Für mich ist wesentlich: Alles ist Energie – das Sichtbare ebenso wie das Nicht-Sichtbare. Gedanken und Emotionen können sich verdichten und Form annehmen. Wenn wir wahrnehmen, was dahinter wirkt, können wir auf dieser Ebene bewusst arbeiten, lösen, neu formen und verändern.
Klarheit entsteht für mich auch dort, wo wir lernen, diese Ebene bewusst einzubeziehen.
Es ist mir ein Herzensanliegen, Unternehmer:innen zu begleiten, damit für sie Zusammenhänge in Führung und unternehmerischen Situationen erkennbar werden, die sich mit Zahlen, Fakten, Analysen, Erklärungen und Gesprächen allein nicht vollständig erschließen.
Genau dafür habe ich Bösmüller Consulting // Klarheit für Leader*innen gegründet.